Fachzeitschrift "DAS ORCHESTER/99

Die Lebendigkeit eines Kinder- oder Familienkonzerts von der Bühne mit Orchester gleichsam fiktiv in den häuslichen Rahmen zu projizieren, ist das Anliegen des Kuscheltierkonzerts. Dennoch ist es Klaus Wüsthoff gelungen, ein originelles Werk zu schaffen, das keineswegs allzu epigonale Züge trägt. Seine Musik setzt Stilmittel und Orchestertechnik der verschiedensten Richtungen ein - von Prokofjew bis Gershwin, von Klassik bis Jazz und besitzt dazu die stimulierende Kraft echten Filmmusik-Genres. Die Zuordnung von Thematik und Instrument ist immer überzeugend, auch für das kindliche Ohr freundlich und rezeptionsfähig.

Die Hauptabsicht ist die Darstellung und Vermittlung von menschlichen Eigenschaften, Verhaltensweisen und Emotionen. Das gelingt in der allegorischen Nachzeichnung von Vorgängen im spielerischen Bereich der Plüschtiere des Kinderzimmers. Im Verein mit Eltern oder Pädagogen ist es denkbar, diese musikalischen Vorgaben durch Phantasie und eigenes Mittun sehr sinnvoll zu erleben und nachzugestalten .
Insgesamt ein pädagogisch sehr empfehlenswertes, farbiges Kinderkonzert nicht nur für den Hausgebrauch, dem man zusätzlich viele erfolgreiche Live-Aufführungen wünscht.

Reinhold Träger

Aktuell:

Mitteldeutsche Zeitung
1. Februar 2010
Eigenleben der Plüschtiere

Kuscheltierkonzert in der Marienkirche begeisterte Sonntag kleine und große Besucher

VON ILKA HILLGER
(Foto: Lutz Sebastian)

Daniel Carlberg dirigierte in der Marienkirche eine kleine Besetzung der Anhaltischen Philharmonie.

Man hat es immer geahnt. Kaum schließt man hinter sich die Tür zum Kinderzimmer, dann erwachen dessen Bewohner und führen ein Eigenleben. Gerät man da hinein, dann kann es einem wie dem Erzähler des Kuscheltierkonzertes ergehen. Im Dessauer Fall heißt dieser Maximilian Schumann. Der Zehnjährige hat am Anhaltische PhilharmonieSonntag ein großes Programm absolviert. Zwei Mal lud das Anhaltische Theater an diesem Tag in die Marienkirche Kinder, Eltern und Großeltern ein. Zwei Mal erzählte Maximilian gemeinsam mit einer kleinen Besetzung der Anhaltischen Philharmonie von seinen Abenteuern mit den Kuscheltieren.

Das Kuscheltierkonzert schrieb Klaus Wüsthoff. 1997 wurde es in Berlin uraufgeführt, in einer CD-Einspielung fungiert Otto Sander als Sprecher. In Dessau sollte es freilich kein Erwachsener sein, der die Kinder mit auf eine musikalische Reise nimmt. Mit Maximilian Schumann fand man einen jungen Erzähler, der über alle Maßen souverän sein Headset trug, mit Kuscheltieren jonglierte und tanzte und dabei noch stets ein Auge auf Dirigent Daniel Carlberg hatte, der ihm den Einsatz gab.


Das Publikum in der Marienkirche war zu beiden Vorstellungen reichlich gekommen und rechnete man all die Hasen, Bären, Küken, Pferde, Pinguine und das ganze Getier noch hinzu, das Kinder in den Händen hielten und auf dem Schoß hatten, dann war diese neue Form eines Konzertes für die Jüngsten beide Male mehr als ausverkauft.

Wüsthoffs Stück ist ein Karneval der Tiere in der Gegenwart. Die Musik lässt das Pferd gleichermaßen galoppieren und wiehern, den Elefanten behäbig tapsen und Affen und Eichhörnchen quicklebendig springen. Carlberg und seine Musiker gaben nicht weniger als bei einem Konzert für erwachsenes Publikum, hatten sich jedoch dem Anlass entsprechend ausgerüstet: Am Kontrabass baumelte eine Foto: Lutz Sebastian Robbe und zu Füßen der Notenständer lauschte manch anderes Getier.

Was im Kuscheltierkonzert passiert, ist eine kleine Geschichte, die freilich nur Anlass ist, die plüschige Kinderzimmerbesatzung in musikalischen Farben vorzustellen. Das macht Maximilian Schumann zur Musik ganz exzellent und wie ein Profi. Er gibt dem Papagei ein keifendes Krächzen und dem Bär ein gemütliches Brummen. Lässt die wilde Jagd von Affe und Eichhörnchen ins Publikum hinüberschwappen und kürt den Elefanten im Finale als Sieger des Schönheitswettbewerbes der Kuscheltiere. Nur eines hätte bei diesem sonntäglichen Musikspaß für die ganze Familie vielleicht noch besser gelingen können: All die zuschauenden Kuscheltiere wären gerne in irgendeiner Form, die über bloßes Klatschen hinaus geht, an diesem Konzert beteiligt gewesen.

Eine Mail, nach der 2. Aufführung im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin:

Sehr geehrter Herr Wüsthoff,

Auch das zweite Konzert am Mittwoch vor 250 Kindern war ein großer Erfolg. Die anwesenden Kinder verliehen nachher in selbstgemalten Bildern ihren Gefühlen und Eindrücken Ausdruck.

Ich persönlich möchte Ihnen sagen, dass Ihre Musik mitreissend, farbenreich, intelligent und kurzweilig ist. Es scheint , als träfen sich Poulenc, Saint Saens, Prokofieff und John Williams. Die Musiker spielen es sehr gern, auch weil sie gefordert sind. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Arbeit. Ich interessiere mich für weitere Kompositionen.

Die Wettbewerbsunterlagen habe ich weitergegeben.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Foremny
GMD/Operndirektor
Mecklenburgisches Staatstheater

neue Musikzeitung
nmz 2006/06/Seite 29
55. Jahrgang/Juni
Deutscher Tonkünstlerverband

Das Kuscheltierkonzert auf dem Vormarsch

(Auszug)

Der Komponist Klaus Wüsthoff zählt zu den bekanntesten deutschen Tonschaffenden, die sich seit Jahrzehnten mit der Verbreitung populärer Werke mit klassischem Background bemühen.

Sein Werkregister umfasst neben bekannten Filmmusiken auch Kammermusik und Chorwerke, Musicals, das herrliche Salonstück „Zille sein Milljöh“ und viele andere spektakuläre Songs.

Vor neun Jahren wurde in der Berliner Philharmonie im Januar 1997 das „Kuscheltierkonzert“ uraufgeführt, eine Kindersinfonie mit großem Orchester und Sprecher. Die Berliner Symphoniker spielten mit sichtlichem Vergnügen und Humor das Kuscheltierkonzert, Otto Sander hatte den Part des Erzählers übernommen. Eine Geschichte, wie sie schöner und attraktiver für Kinder im Kindergarten-, Vor- und Grundschulalter nicht sein kann:

Ein Mädchen erlebt in seinem Kinderzimmer die Welt der Kuscheltiere, in der Fantasie werden die Stofftiere lebendig, erzählen von ihren Lebensgewohnheiten, ihrem Charakter, ihren Vorlieben und Launen, beginnen sich zu streiten und versöhnen sich wieder.

Während die großen Orchesterwerke von Britten, Prokofieff und Saint-Saëns sich eher an das Kindliche im Erwachsenen als an die kleineren Kinder direkt wenden, sieht Wüsthoff hier in erster Linie das pädagogische Konzept – die Heranführung schon kleinster Kinder an die Musik. Dabei bewegt er sich musikalisch im durch die Umwelt gegebenen Rahmen: von einfachen Kindermelodien über alle Stilrichtungen der heiteren Klassik bis hin zu Pop und Jazz. Und dies stets mit einer Mischung von Filmmusik, die Assoziationen zu Zirkusaufführungen weckt.

Die musikalischen Hauptpersonen erhalten natürlich ihre charakteristischen Melodien und ganz nebenbei erfahren die Kinder in der Orchesterfassung einen Einblick in die Welt der Instrumentation:

-der Bär, tapsig und groß mit behäbigen Bewegungen, wird durch tiefe Streicher und Fagotte dargestellt

-der Fuchs, bekannt als Schleicher und Schnüffler, kann am besten mit den Klarinetten charakterisiert werden, auch mit Unterstützung von Geigen, Flöten und Celli

-das Eichhörnchen wird flink, scheu und vorsichtig durch hohe Streicher dargestellt

-die Schildkröte, langsam und mit wackelndem „vierbeinigen Takt“ durch Englischhorn-Kantilenen

-der Papagei mit seiner kratzigen Stimme und schnellen, abgehackten Silben wird durch Streicher imitiert

-der Elefant mit schwerem schwingendem Gang wird durch tiefe Streicher mit Hörnern und Posaunen zum Leben erweckt

-der Pinguin ist durch einschlägiges Holzbläser-Getapse zu identifizieren

-das Pferd erkennt man leicht durch die Schrittarten Trab und Galopp und am herrlichen Wiehern durch Trompeten und Hörner

-der Hase wird durch gezupfte Geigen plastisch dargestellt, man sieht ihn geradezu durch das Gras hoppeln

-der Affe, wie er leibt und lebt, Anlauf nimmt und auf eine Palme springt, ist mit Oboen und Klarinetten im Walzerrhythmus perfekt dargestellt
...

Damit die Nachgestaltung und die Aufführung des inzwischen mehr als 100 Mal aufgeführten „Kuscheltierkonzertes“ für Grundschulen und Kindergärten realisierbar wird, hat Klaus Wüsthoff sein Orchesterwerk inzwischen in weiteren Versionen für kleinere Besetzung herausgebracht:

Es gibt Fassung(en) des „Kuscheltierkonzertes“ für Kammerorchester, (Kammerensemble) und Sprecher, eine weitere für Klaviertrio und Erzähler, sowie eine Ausgabe für Klavier (Klavierauszug) und Erzähler.

Als Neuheit sind im Schroedel-Verlag erschienen: „Bewegungslieder mit Kuscheltieren“ – eine Fassung mit CD zum Einstudieren, mit den Liedern zum Mitsingen für die Kinder und einfachen Tastengrafiken mit harmonisierenden Grundgriffen für Keyboard oder für Gitarre für das Einstudieren durch Betreuer ohne musikalische Ausbildung.

Mit dieser Fassung des „Kuscheltierkonzertes“ ist es möglich, im Laienbereich in Kindergruppen, Miniclubs, Kinderläden oder Vorschulgruppen Aufführungen des Konzertes oder auch Teile hieraus einzustudieren.
.Adelheid Krause-Pichler

Anmerkung:
:Frau Dr. Krause-Pichler hat sich persönlich an die Spitze des vom DTIKV veranstalteten "Wettbewerbs für Kinderchöre 2007" gesetzt und in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Deutschen Tonkünstlerverbandes Berlin e.V. ein Grußwort geschrieben (anklickbar unter www.kuscheltierkonzert.de).

Donau-Post vom 31. Januar 2007
(Abschrift)
Kuscheltierkonzert

Einen richtig tollen Vormittag erlebten die Kinder des Kindergarten St. Raphael in Mintraching am Montag. Sie durften ihre Kuscheltiere mitbringen. Hase, Elefant, Bär und Pferd begleiteten die über 100 Kinder. „Kuscheltierkonzert“, dieses Werk wurde von dem Berliner Komponisten Klaus Wüsthoff, einem der bekanntesten deutschen Tonschaffenden geschrieben, und 1997 von den Berliner Symphonikern uraufgeführt. Das Kammermusik-ensemble des Philharmonischen Orchesters Regensburg war nun zu Besuch, um die Kinder in die Welt der Töne zu entführen. Den fünf Musikpädagogen Nils Ahlbrecht (Violine), Matthias Nagel (Kontrabass), Michael Wolf (Klarinette), Karin Korath (Horn) und Ralf Müller (Fagott/Moderation) gelang es, die Kinder in ihren Bann zu ziehen. Mit ihrem Programm zeigten sie zunächst den Kindern, wie Tiere musikalisch dargestellt werden können und schon nach dem musikalischen Eingalopp des Pferdes mit herrlichem Wiehern durch Horn, Fagott und Klarinette gingen die kleinen Zuhörer begeistert mit. Voller Spannung hörten sie die Geschichte des Schönheitswettbewerbes der Kuscheltiere, die Sprecher Ralf Müller erzählte. Flink und scheu war das Geturne des Eichhörnchens durch Töne hoher Streicher zu vernehmen. Förmlich vor Augen, sich langsam und wackelig vorwärts bewegend, sah man die Schildkröte bei Tönen, die von Horn und Kontrabass zu hören waren.
Die musikpädagogischen Aktivitäten des Orchesters erstrecken sich auf Kammermusikveranstaltungen in Grund-/Haupt-/Realschulen und Kindergärten, wobei bereits die 100. Veranstaltung stattgefunden hat. Wie Ralf Müller mitteilt, versteht sich das städtische Orchester als ein wichtiger Bestandteil der Musikvermittlung im Oberpfälzer Raum.
MZ Oberbayerische Zeitung vom 31. Januar 2007
Eine „Elefanten-Hymne“ auf dem Fagott
„Kuscheltierkonzert“ bringt Mintrachinger Kindergartenkindern klassische Musik näher
von Christoph Seidl,
Mintraching: Beim Elefanten trampeln die Kinder begeistert mit den Füßen mit. Mit wuchtigen, markigen Tönen verwandeln Ralf Müller und sein Ensemble die Kindergarten-Turhalle in ein Dickhäuter-Gehege. Die fünf Musiker vom Philharmonischen Orchester Regensburg beweisen, dass klassische Musik im Kindergarten eine tolle Sache ist – wenn man das Ganze richtig aufbereitet.
Das pädagogische Konzept heißt in diesem Fall „Kuscheltierkonzert“. Müller (Fagott) und seine Kollegen Nils Ahlbrecht (Violine), Matthias Nagel (Kontrabass), Michael Wolf (Klarinette) und Karin Korath (Horn) haben sich einen Wettbewerb der Tiere ausgedacht, die ihre Eigenarten musikalisch präsentieren.
Da gibt es einen krächzenden Violin-Papagei, einen schleichenden Fuchs, einen Affen, der die Tonleiter rauf und runter turnt, eine gaaaanz langsame Schildkröte oder eben den Elefanten, den Müller auf seinem Fagott mit der „Rüssel-Hymne“ intoniert. Die knapp 100 kleinen Zuhörer in der Kindergarten-Turnhalle sind begeistert. Zum Thema passend sind sie alle mit Kuscheltieren bewaffnet gekommen und rutschen erwartungsfreudig auf ihren kleinen Stühlchen hin und her.
Ralf Müller hat die Kleinen im Nu im Griff, erzählt die Geschichte vom Kuscheltierzoo und lässt die Kinder raten, welches Tier da gerade musikalisch gemeint ist: „Sagt mir ein Tier, das sich ganz langsam bewegt!“ „Schnecke, „Schildkröte“ schallt es aus vielen Kindermündern zurück. Eine Schnecke hat das Philharmonische Orchester Regensburg nicht im Repertoire, aber die Mintrachinger Kindergartenkinder finden auch die musikalische Umsetzung der Schildkröte super. Zum Schluss marschiert der Kuscheltierzoo (musikalisch) nach Hause und alle Kinder schwenken ihre Kuscheltiere über den Köpfen. So macht klassische Musik auch den Kleinsten eine Menge Spaß.
Für Kindergarten-Leiterin Renate Hirschmann ist das Kuscheltierkonzert ein weiterer Baustein in einer breit gefächerten Musikerziehung. Schon im vergangenen Jahr waren Müller und Kollegen im mit dem „Felix“ ausgezeichneten Haus, um klassische Musikinstrumente vorzustellen. Mit dem Kuscheltierkonzert hat das Klassik-Ensemble jetzt sein pädagogisches Repertoire endgültig auf Kindergärten ausgeweitet.
Für Hirschmann eine absolute Notwendigkeit. Klassische Musik sei für die meisten Kinder-gartenkinder heute ein Fremdwort. Sie hätten – an den Einheitsmusikbrei aus dem Radio gewöhnt – nie mitbekommen, dass Musik unendlich viele Seiten hat: laut, langsam, schnell, leise. Dabei seien Kinder von Natur sehr an allen Musikrichtungen interessiert.
Coburger Tageblatt
17.10.2005

Wir reiten mit den Plüschpferden

Klaus Wüsthoffs „Kuscheltierkonzert“ mit dem Orchester des Landestheaters

Von Carolin Herrmann

Elche hinterm Notenpult, Schlangen an der Brüstung, die Bären an den Streichinstrumenten recken die kurzen Hälse ins Publikum. Von dort winkten schon bald Hunderte von Kuscheltieren zurück, mitgebracht von den zahlreichen jungen Zuhörern, die gestern vormittag zum Familienkonzert ins Landestheater Coburg gekommen waren. Klaus Wüsthoffs „Kuscheltierkonzert“, präsentiert vom Großen Orchester des Landestheaters unter Leitung von Daxi Pan, entführte die Kleinen wie die Großen für gut eine dreiviertel Stunde in eine kindliche Kuschel-Traumwelt.

Mit seiner Suite mit Themenwiederholung im Finale hat der Berliner Komponist Klaus Wüsthoff ein eingängiges Werk geschaffen, das Kinder mit dem großen Klangapparat vertraut machen soll. Die in Coburg von Klaus-Dieter König packend, aber niemals hektisch übertrieben gelesene Geschichte bereitet kommentarhaft jeweils die einzelnen Musikpassagen vor. So werden sie selbst für die kleineren Kinder leicht verständlich, obwohl Wüsthoffs Szenenbeschreibungen sehr wohl auch auf komplexen Strukturen aufgebaut sind.

In der fröhlich-straffen Diktion von Daxi Pan ließen die einzelnen Instrumentengruppen klar, präzise und gelassen führend die vielfältigen Charaktere der großen Welt im kleinen Kinderzimmer lebendig werden.

Die Kuscheltiere wollen Alexander, beim Ausritt vom Pferd gefallen und ganz verstört zurückgekehrt, beruhigen und ablenken. Wir hören lautmalerisch das Kuschelpferd wiehern. Die Posaune tanzt den Bären. Die Geigen trösten mit sanfter Melodie. Der Fuchs schleicht räuberisch von einem zum anderen. Beim Schönheitswettbewerb der Tiere trägt die große Elefantenrüsselhymne in symphonische Breiten. Bis zum Finale und erst Recht in den begeistert erklatschten Zugaben kennen die größtenteils sehr aufmerksamen jungen Zuhörer den ganzen Kinderzimmerzoo samt seiner Leidenschaften. Das ganze war ein großes sonntägliches, musikalische Welten eröffnendes Vergnügen für Groß und Klein.

Neue Presse
17.10.2005

Kinderkonzert im Landestheater Coburg

Kuschelige Melodien
Von Martin Potyra

Teddy, Eisbär und Schlange, Pumuckl, Häschen, Nilpferd und Zebra alle durften sie mit den Kindern am Sonntag mit in das Coburger Landestheater zum „Kuscheltierkonzert“ von Klaus Wüsthoff. Aber nicht nur die Kinder hatten ihre Kuscheltiere dabei, nein, auch auf der Bühne tummelten sich die anschmiegsamen Spielkameraden, kletterten auf den Pulten der Musiker herum und klammerten sich an Geige, Kontrabass, Flöte oder Trompete. Um das Dirigentenpult von Daxi Pan hatte sich gar eine riesige Schlange gewunden.

Klaus-Dieter König als Sprecher erzählte den vielen Kindern im Parkett und auf den Rängen die Geschichte von Alexander. Der war nämlich bei einem Ausritt vom Pferd gestürzt und kam mit blauen Flecken am ganzen Körper nach Hause in sein Kinderzimmer. Dort erwartet ihn eine Überraschung: All seine Kuscheltiere können plötzlich mit ihm reden und wollen ihn so gut als möglich trösten. Zum Beispiel mit dem tapsigen Bärentanz, den alle mitmachen und genauso wie der Bär immer wieder umfallen. Oder mit einem Schönheitswettbewerb, den „Seine Exzellenz“ der Elefant nach seiner „Elefantenrüssel-Hymne“ gegen die Konkurrenz von Papagei, Fuchs und Eichhörnchen gravitätisch gewinnt. Zwischenzeitlich klaut der Fuchs dem Eichhörnchen die Nüsse und dem Affen die Banane, so dass eine wilde Jagd entbrennt. Beim „Dschungel-Walzer“ purzelt der Affe immer wieder vom Baum und Robbe und Eisbär schwimmen gemütlich durch das honig-warme Eismeer. Gespannt hingen die Kinder an den Lippen von Klaus-Dieter König, der stets den richtigen Ton für die tierischen Geschichten traf, zuweilen aber trotz Mikrofon vom Orchester bei den melodramatischen Passagen akustisch bedrängt wurde.

Die Partitur von Klaus Wüsthoff ist eine wahre Fundgrube für Kindermelodien. Da lädt gar manche Passage zum Mit- und Nachsingen ein und das Reiterlied, das die Klammer für das dreiviertelstündige Werk bildet, zeigt gar Ohrqurmqualitäten. Darüber vergisst der Komponist aber moderne Klangsetzung nicht und mischt immer wieder kaum auffällige zeitgenössische Ästhetik in seine bildhafte Musik. Die Freude über solch frische und unmittelbare Klangmalereien spiegelte sich im ausnehmend frischen Spiel des Orchesters wider. Nahezu jedes Instrument, von der Posaune bis zur Piccoloflöte wurde einmal solistisch gefordert und bot dabei sein Bestes. Daxi Pan hatte am Pult alle Hände voll zu tun, um den lebendigen Orchester-Zoo zu bändigen. Begeistert applaudierte das junge und jüngste Publikum und holte sich damit die „Elefantenrüssel-Hymne“ und das Reiterlied noch einmal auf das Podium.

PZ, Lokal, Seite 2 So. 23.06.02

Katholische Gemeinde Schnaittach feierte bei strahlendem Sonnenschein mit vielen Gästen Pfarrfest im schönsten Biergarten

Die fast 40 Kinder des Kinderchores Schnaittach führten das „Kuscheltierkonzert“ auf, bei dem man viel erleben konnte: einen Elefanten, der auf einen Schönheitswettbewerb ging, eine Schildkröte, die an den Strand kommt, um ihre Eier abzulegen, die Robbe, die am Nordpol friert, der Fuchs, der alles Essbare stiehlt, Affe und Eichhörnchen, die sich gegenseitig jagen und vieles mehr. Seit Februar waren die jungen Sängerinnen und Sänger am üben, Kostüme basteln und Bewegungen einstudieren. Der lange Applaus belohnte alle Beteiligten für die viele Mühe. Und so mancher Besucher summte im Laufe des Tages eine der Melodien nach.

Gäste sparten nicht mit Lob


Badische Zeitung vom 12.07.2001

Ein Kinder-Musical zum Verlieben

Eschbacher Grundschüler hatten ein Kuscheltier-Konzert für das Sommerschulfest einstudiert

Es war zum Verlieben in seiner kindlichen Darstellungsweise, die so heiter und natürlich von Eschbachs Hallenbühne ins Publikum übersprang: das Kuscheltier-Konzert. So der Titel des Kinder-Musicals, aufgeführt von den Schülern aller vier Grundschulklassen einschließlich ihrer Lehrer.

Die gesuchte Projekt-Aufgabe zum Sommerschulfest, „in der die ganze Schule zusammenwirken konnte“, fand sich im Kuscheltier-Konzert, komponiert vom Musikpädagogen Klaus Wüsthoff. „Abgestuft nach Schwierigkeitsgrad konnte jeder etwas dazu beitragen. Und jeder erfuhr auch, dass solch eine Aufgabe nur gemeinsam bewältigt werden kann“ informiert Rektorin Christa Schürmann zur Aufführung die Gäste, Eltern und Angehörigen der Schulkinder. Projektweise schritt man zur Umsetzung, band die Tanzpädagogin Eva Morand und die gymnasialpädagogische Berufmusikerin ter Harr ein. Karin Reichard, derzeit mit einem ehrenamtlichen Lehrauftrag an der Schule betraut, übernahm die musikalische Gesamtleitung.

66 Kinder, klassenweise per T-Shirt farblich gekennzeichnet, ihre Kuscheltiere fest in der Hand, bevölkerten die Bühne. Dazwischen die Lehrer und eine Reihe von Tieren in trefflichen Maskeraden, um deren Schicksal sich die Musical-Thematik drehte. „Federleicht, federleicht“ hüpfte das Eichhörnchen vergnügt auf einem Bein, mühevoll quälte sich die Schildkröte mit dem Eierlegen unter allgemein bedauerndem „Oh!“ ab, „düdeldüdeldütt“ rutschte der Affe vom Ast und „üüh-hü-hü-hü“ wieherte der Schimmel mit Reiter. „Eine klangvolle, lautmalerische Geschichte, eigentlich voller Sprachübungen“, so Karin Reichard, die die Kinder mit Eifer motivierte.

Zunächst probten die Klassen einzeln, dann galt es innerhalb vier Wochen von der Instrumentalstunde bis zur Regieanweisung alles unter den berühmten gemeinsamen Hut zu bekommen, erst am Dienstag zuvor gesellte sich die Pianistin dazu. „Das Musical ist voller Tempiwechsel und bietet viel Platz für Kreativität in der Vorbereitung“, so Reichard begeistert von der Schülergesamtheit. Aber auch von einzelnen, die sich im Verlauf des Projektes künstlerisch entfalteten oder sich erstaunlicherweise aus ihrer Introvertiertheit lösten.

Die kleine Schule in Eschbachs Ortskern ist zu winzig für einen ständigen eigenen Chor oder gar ein solches Orchester, dennoch fehlte keines von beiden zur Aufführung. Flöten, Geige, Saxophon und Klavier ergänzten die Instrumentalparts, leise und genierlich bis frei von der Leber weg sangen die Kinder ihre großen Texte. Und sie tanzten ihre Rollen mit Hingabe, Witz und Spaß. Ein Spielparcour im Freien und ein riesiges kaltes Buffet belohnten anschließend die Akteure.

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Update 16.05.2010